Evangelisches Dekanat Ingelheim-Oppenheim

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          Feierliche Amtseinführung von Flüchtlingspfarrer Uwe Rau

          „Den Wohnsitz der Menschlichkeit in uns verteidigen“

          H.WiegersPfarrer Uwe Rau (5.v.l.) bei seiner Einführung in das Amt des Flüchtlingsseelsorger der EKHN, Region Süd, in der Ingelheimer Versöhnungskirche

          Ein Nachmittag, bei dem einmal das Thema "Corona" in den Hintergrund trat: in der Ingelheimer Versöhnungskirche wurde Pfarrer Uwe Rau feierlich in sein Amt als Flüchtlingspfarrer der EKHN (Region Süd) unter Anteilnahme zahlreicher Kollegen eingeführt.

          H.WiegersDie Mitwirkenden der feierlichen Einführungszeremonie von Flüchtlingspfarrer Uwe Rau in der Ingelheimer Versöhnungskirche (v.l.): Pfarrer Peter Fleckenstein (Versöhnungskirche Ingelheim), Oberkirchenrat Detlev Knoche, Leiter des Zentrums Oekumene der EKHN, Pfarrer Andreas Lipsch, Interkultureller Beauftragter der EKHN und Leiter des Bereichs Flucht Interkulturelle Arbeit Migration der Diakonie Hessen, Propst Dr. Klaus-Volker Schütz (Propstei Rheinhessen und Nassauer Land), Flüchtlingspfarrer Uwe Rau, Pastoralreferentin Evi Lotz-Thielen, katholische Seelsorgerin in der GfA, und Dekan Olliver Zobel (Dekanat Ingelheim-Oppenheim)

          Die Stühle weit auseinandergestellt, die GottesdienstbesucherInnen mit Masken ausgestattet und in sicherem Abstand voneinander sitzend. Ein Bild, das man in den letzten Monaten bei kirchlichen Veranstaltungen aufgrund der Corona-Vorsichtsmaßnahmen nur zu gut kennt. Aber dies war kein „gewöhnlicher“ Gottesdienst, der an diesem Freitagnachmittag unter dem weiten Zeltdach der evangelischen Versöhnungskirche in Ingelheim gefeiert wurde. Denn hier wurde Pfarrer Uwe Rau, Inhaber der Pfarrstelle für Flüchtlingsseelsorge und Flüchtlingsarbeit der EKHN, Region Süd, in sein Amt eingeführt. Als Flüchtlingspfarrer für die südliche Rheinland-Pfalz obliegen dem Theologen Rau nun zahlreiche Aufgaben. Dazu gehört nicht nur die Begleitung und Unterstützung von Menschen, die aus ihren Heimatländern nach Deutschland geflohen sind, sondern unter anderem auch die Beratung von Kirchengemeinden, Dekanaten und Propsteien in Fragen der Flüchtlingsbetreuung, die Begleitung von Ehrenamtlichen und die Seelsorge für diejenigen Menschen, die in der Ingelheimer Gewahrsamsanstalt für Ausreisepflichtige (GfA) auf ihre Abschiebung warten.  

          „Kirche war und ist und bleibt Lobby für die Migranten dieser Welt“

          Und so trat an diesem Nachmittag einmal das Thema „Corona“ in den Hintergrund und die „Empathie im Hinblick auf Flüchtende, im Hinblick auf Migranten, die um Asyl nachfragen“, stand, so der Propst von Rheinhessen und Nassauer Land, Dr. Klaus-Volker Schütz in seiner Ansprache, im Mittelpunkt: „Kirche“, so Schütz, „war und ist und bleibt Lobby für die Migranten dieser Welt“, schließlich sei die Frage nach den Flüchtenden einer der großen roten Fäden der Bibel“. Und über einen Mangel an Arbeit kann Flüchtlingspfarrer Rau, der seine Arbeit bereits schon am 1. Juli 2020 aufgenommen hat, nicht klagen. So hat er z. B. zahlreiche mehrsprachige Gottesdienste und Seelsorgegespräche in der GfA geführt. Die Hoffnungslosigkeit, die der Theologie hier erlebt, ist groß.

          Hoffnungsvoller Start in diesen anspruchsvollen Dienst

          Um zu illustrieren, was ihn bei seiner nicht immer leichten Arbeit trägt, griff Pfarrer Rau eine Stelle aus dem Hebräerbrief Kapitel 12, Vers 1 bis 2a auf: „Weil wir eine solche Wolke der Zeugen um uns haben, lasst uns das ablegen, was uns beschwert, und lasst uns laufen mit Geduld in den Auseinandersetzungen unserer Zeit.“ Dieses Gefühl, von einer „Wolke von Zeugen“ umgeben zu sein, d. h. von ihn stützenden, in der Flüchtlingsarbeit engagierten Menschen, habe er gleich zu Beginn seiner Arbeit bei einem Treffen in Frankfurt gespürt. Das sei ein hoffnungsvoller Start in seinen Dienst gewesen und habe ihn noch stärker motiviert, dieses Gefühl des „Nicht-Allein-Seins“ an die ihm Anvertrauten weiterzugeben. Angesichts des Elends, mit dem er insbesondere in der GfA konfrontiert wird, sieht Rau es außerdem als eine seiner wesentlichen Aufgaben „den Wohnsitz der Menschlichkeit in uns zu verteidigen, ja ihn sogar zu erweitern.“

          Unterstützt von vielen Mitarbeitenden der Kirche

          Als sich dann die Mitwirkenden der feierlichen Einführungszeremonie im Altarraum um den neuen Flüchtlingspfarrer aufstellten, wurde das Wort der Predigt sichtbar, denn mit Oberkirchenrat Pfarrer Detlev Knoche, dem Leiter des Zentrums Oekumene der EKHN, Propst Dr. Schütz, Pfarrer Andreas Lipsch, dem Interkulturellen Beauftragten der EKHN und Leiter des Bereichs Flucht Interkulturelle Arbeit Migration der Diakonie Hessen, Pfarrer Olliver Zobel, dem Dekan des Dekanats Ingelheim-Oppenheim, mit Pfarrerin Evi Lotz-Thielen, Pastoralreferentin und katholische Seelsorgerin in der GfA, und mit dem Pfarrer der evangelischen Versöhnungskirchengemeinde, Peter Fleckenstein, umgab den Flüchtlingsseelsorger auch hier eine Gruppe von Menschen, die seine Arbeit mittragen werden. Ein weiteres Zeichen für die Unterstützung des Flüchtlingsseelsorgers übergab der Dekan des Dekanates Ingelheim-Oppenheim, Pfarrer Olliver Zobel, Uwe Rau nach dem Gottesdienst eine Solidaritätsadresse für die Menschen in Moria: Eine Resolution der Kirchengemeinden des Dekanates, mit der sich diese der Resolution der EKHN-Kirchensynode vom 19.9.2020 anschließen und angesichts des Elends der Menschen im griechischen Flüchtlingslager Moria fordern, mehr Menschen aus diesen unmenschlichen Lagern aufzunehmen.

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