Evangelisches Dekanat Ingelheim-Oppenheim

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          Pfarrerin Decker-Horz geht nach über 30 Jahren Berufspraxis in den Ruhestand

          „Von jeder Gemeinde Ideen und Freundschaften mitgenommen“

          H.WiegersPfarrerin Ulrike Decker-Horz im Gemeindehaus der Binger Johanneskirchengemeinde

          Am 1. März 2021 geht sie in den Ruhestand: Pfarrerin Ulrike Decker-Horz, derzeit noch Inhaberin einer halben Pfarrstelle in Wiesbaden-Nordenstadt und einer zweiten halben Stelle in der Binger Johanneskirchengemeinde, hat als sog. Springerin wie kaum eine andere Pfarrerin eine Vielzahl von Gemeinden kennengelernt.

          Wenn sie aus ihrer über 30-jährigen Berufspraxis als Pfarrerin berichtet, kommen einem die ersten Zeilen des Folksongs von Liedermacher Hannes Wader in den Sinn: „Heute hier, Morgen dort. Bin kaum da, muss ich fort.“ Pfarrerin Ulrike Decker-Horz, derzeit noch Inhaberin einer halben Pfarrstelle in Wiesbaden-Nordenstadt und einer zweiten halben Stelle in der Binger Johanneskirchengemeinde, hat als sog. Springerin wie kaum eine andere Pfarrerin eine Vielzahl von Gemeinden kennengelernt. Am 1. März 2021 geht sie in den Ruhestand.

          Von der Freude, immer Neues zu entdecken

          Zeit zurück zu blicken und genauer hinzusehen. Dann merkt man nämlich, Pfarrerin Ulrike Decker-Horz ist – trotz ihrer Freude, immer Neues zu entdecken – sehr heimatverbunden geblieben. In Wiesbaden geboren, im Rheingau aufgewachsen, wagte sie als junge Pfarrerin zunächst den Sprung nach Rheinhessen, wo sie in der Kirchengemeinde Sprendlingen-Wolfheim-St.-Johann ihr Pfarrvikariat absolvierte. Nach 5-jähriger Erziehungspause, in der sie sich ganz ihren drei Kindern widmete, stieg sie wieder voll in den Pfarrberuf ein und kehrte auf die rechte Rheinseite zurück. Übernahm aber immer nur eine halbe Stelle fest.

          In Planung: ein Buch über die Erfahrungen im Pfarrberuf

          Mit ihrer zweiten halben Stelle wurde sie als sog. Springerin eingesetzt, übernahm Vertretungen in vakanten Gemeinden und genoss dies sehr: „Das habe ich geliebt, denn das war eine Chance, so bereichernd. Von jeder Gemeinde habe ich etwas mitgenommen, neue Ideen, neue Freundschaften.“ Dieser so erworbene Erfahrungsschatz wird unter anderem dafür sorgen, dass es der freundlich-ausgeglichenen Theologin im bevorstehenden Ruhestand nicht langweilig wird: „Denn“, so erklärt sie, „zusammen mit meiner Wiesbadener Pfarrkollegin will ich ein Buch über unsere Erfahrungen im Pfarrberuf schreiben, über den es auch so manch Heiter-Kurioses zu erzählen gibt. Schließlich umfasst der Pfarrberuf nicht nur einen kleinen Abschnitt des Lebens, sondern seine ganz Bandbreite. Freud und Leid sind ganz dicht beieinander.“

          Von Kunstgeschichte zur Theologie gewechselt

          Dieses Begleiten der Menschen in guten wie in schlechten Zeiten, das war es, was die begeisterte Motorradfahrerin und Saxophonspielerin am Pfarrberuf fasziniert und für den sie sich eigentlich eher ganz spontan entschieden hat. Denn zunächst hatte Ulrike Decker-Horz in Mainz Ende der 1970er Jahre Kunstgeschichte, Publizistik und Italienisch studiert. Die schlechten Berufsaussichten für Kunsthistoriker vor Augen schrieb sie sich kurzfristig für Theologie ein. „Und dann habe ich gemerkt, wie sehr es mich geprägt hat, dass ich in einem Pfarrhaus aufgewachsen bin.“

          Im Ruhestand mehr Zeit für's Pilgern und Motorradfahren

          Bereut hat sie diesen Entschluss nicht, denn es lag ihr, als Pfarrerin Seelsorgerin, Begleiterin und Trösterin zu sein. Doch die vergangenen Jahre, als sie wegen der schweren Erkrankung ihrer Wiesbadener Kollegin zusätzlich zu ihrer dortigen halben Stelle noch viele Aufgaben wie die Betreuung von Bauprojekten übernehmen und gleichzeitig auch in Bingen ihre halbe Stelle ausfüllen musste, waren schwer. „Nach über 30 Berufsjahren habe ich das nicht mehr so leicht weggesteckt.“ Und so freut Pfarrerin Decker-Horz sich auf ihren Ruhestand, in dem sie endlich nicht nur mehr Zeit für Familie und Freunde hat, sondern auch für längere Pilgerreisen z. B. in ihrer Lieblingsstadt Rom oder für ausgedehnte Motorradtouren.

          Ein erster Abschied in der Binger Rochuskapelle

          Mittlerweile hat sich aber auch schon ein bisschen Wehmut unter diese Vorfreude gemischt, denn der Tag ihres Abschieds ist in Bingen, wo sie seit 2016 eine zweite halbe Pfarrstelle mit den Schwerpunkten Senioren und Ökumene innehatte, schon sehr nah: Am 28.2.2021 um 15:00 Uhr findet in der Binger Rochuskapelle ein Abschiedsgottesdienst für Pfarrerin Ulrike Decker-Horz statt. Und wenn es die Corona-Pandemie dann irgendwann zulassen wird, plant die unternehmungslustige „Ruhe“ständlerin ihre ersten Pilgertouren und dann wird es wohl wieder heißen „Heute hier, Morgen dort“.

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