Evangelisches Dekanat Ingelheim-Oppenheim

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          Vereine, Institutionen und Kirchen ziehen erfolgreich an einem Strang

          „Aufstehen gegen Rechts“ mobilisiert in Ingelheim rund 2000 Menschen

          H.Lohkamp

          Beeindruckende Gegendemonstration gegen den Aufmarsch Rechtsradikaler in der Ingelheimer Innenstadt

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          Der Anlass war kein guter, dafür war die Wirkung um so besser: Rund 2000 Menschen zeigten bei der Veranstaltung „Aufstehen gegen Rechts“ am Karsamstag im Ingelheimer Stadtzentrum, dass sie für eine bunte und offene Gesellschaft stehen. Zu der  friedlichen Gegendemonstration gegen einen Aufmarsch Rechtsradikaler hatten der Ingelheimer Verein „In-RAGE“, „Rheinhessen gegen Rechts“, die Ingelheimer Kirchengemeinden, der Musikschule, der Stadtsportverband, Boehringer Ingelheim, der Deutsch-Israelische Freundeskreis, der Ingelheimer Migrationsbeirat und viele andere Institutionen und Unternehmen aufgerufen. Ihnen gegenüber stand mit knapp 20 Demonstranten eine kleines Häuflein von Anhängern der rechtsgerichteten Kleinpartei „Die Rechte Rheinhessen“, der „Kameradschaft Rheinhessen“ und des „Nationalen Widerstandes Zweibrücken“. 

          Mit der Beteiligung von rund 2000 Menschen an „Aufstehen gegen Rechts“ ging der Wunsch der Organisatoren der Gegendemonstration in Erfüllung. Denn es zeigte sich deutlich, dass sie sehr viel mehr Menschen mit ihren nach vorn gerichteten Gedanken mobilisieren konnten, als diejenigen, die immer noch nach hinten schauen. „Wir waren und sind mehr!“, das konnten alle Beteiligten spüren. Bereits bei der Auftaktveranstaltung auf dem Sebastian-Münster-Platz versammelten sich ab 13:30 Uhr mehrere hundert Personen. Diese erlebten ein Bühnenprogramm mit verschiedenen Rednern und musikalischen Beiträgen. Bei einem „Spendenlauf“ wurde außerdem für Organisationen gesammelt, die sich für Flüchtlinge im Mittelmeer und Europa einsetzen. Auch hier wurde das Ziel der Veranstalter deutlich übertroffen: Pro Nazi, pro Veranstaltungsminute 1 € zusammenzubekommen.

          Nicht nur der Ingelheimer Bürgermeister Ralf Claus und die Landrätin Dorothea Schäfer kamen zu Wort, auch die Ingelheimer Kirchengemeinden waren gut vertreten. Der katholische Pfarrer Christian Feuerstein zitierte Worte von Alfred Delp, einem katholischen Theologen der im KZ umkam, und Pfarrerin Petra Lohmann von der Frei-Weinheimer Gustav-Adolf-Kirchengemeinde trug Texte von Dorothee Sölle vor. Beide Theologen erinnerten daran, dass Christen nicht nur am Karfreitag das Leid, das durch Menschenhand verursacht wird, deutlich vor Augen steht, dass dieses Leid nicht nur vor 2.000 Jahren geschah, sondern insbesondere auch während des Nationalsozialismus. Weil Gott diesem Leid vor 2000 Jahren in seinem Sohn begegnet ist, so können und müssen Christen diesem Leid auch heute begegnen. 

          Und so riefen die Pfarrer dazu auf, am nächsten Tag Ostern und damit das Leben in seiner Fülle zu feiern – ein weiterer Schritt, um dafür einzutreten, dass durch rechte und nationale Gedanken nicht erneut Leid und Ungerechtigkeit in Deutschland Raum gewinnen können. Der Posaunenchor der Versöhnungskirchengemeinde, in dem u.a. die beiden evangelischen Pfarrer Peter Fleckenstein und Pfarrer Hartmut Lotz mitspielten, unterstrich diese Botschaft mit Chorälen aus den Karfreitags- und Oster-Gottesdiensten.

          Dekan Olliver Zobel freute sich als einer der Teilnehmenden der Veranstaltung, dass Kirche in solch‘ einer Situation klar Flagge gezeigt und einen wichtigen Beitrag zu dieser Veranstaltung geleistet hat. So konnte er zahlreiche Gemeindemitglieder aus Ingelheim aber auch aus der gesamten Region begrüßen. Diese bildeten unter den Gegendemonstranten einen größeren Block und machten mit einigen Plakaten den christlichen Widerspruch gegen das rechte Gedankengut  deutlich. Gemeinsam konnte man daher ab 15:00 Uhr die noch nicht mal 20 rechtsgerichteten Demonstranten der Vereinigung „Die Rechte“ mit lautstarken Sprechchören begrüßen.

          Am Ende der Veranstaltung zog Dekan Zobel ein durchweg positives Fazit: „Auch wenn die Gruppe der rechten Demonstranten sehr klein war, so war dies heute eine gute Übung der Zivilgesellschaft der Region Ingelheim. Sie hat gezeigt, wie gut kirchliche und andere Gruppen zusammenarbeiten können, wenn es darum geht, eine bunte und offenen Gesellschaft zu verteidigen.“ Mit Blick auf die nähere Zukunft wünscht sich der Theologe: „Nun gilt es aber auch weitere konkrete Schritte zu tun. Und das heißt für mich: Menschen für die Europawahlen zu motivieren. Denn jede Stimme für eine der europafreundlichen Parteien schwächt den Einfluss der nationalen und antieuropäischen Kräfte – deswegen: am 26.5.2019 wählen gehen!“

           

           

           

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