Evangelisches Dekanat Ingelheim-Oppenheim

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          Suche nach beispielhafter interreligiöser Zusammenarbeit in der Schweiz

          Sind die Kirchen noch zu retten?

          M.Schott

          Bleiben Kirchen immer Kirchen, auch wenn sie anders genutzt werden? Dieser Frage und einer weiteren Herausforderung für die Zukunft, nämlich der interreligiösen Zusammenarbeit, widmete sich die diesjährige Bildungsreise des Evangelischen Dekanats Ingelheim-Oppenheim.

          M.Schott

          Sind die Kirchen noch zu retten?

          Bleiben Kirchen immer Kirchen, auch wenn sie anders genutzt werden? Dieser Frage und einer weiteren Herausforderung für die Zukunft, nämlich der interreligiösen Zusammenarbeit, widmete sich die diesjährige Bildungsreise des Evangelischen Dekanats Ingelheim-Oppenheim. Reiseziel war Wilderswil im schönen Berner Oberland (Schweiz), wo die Gruppe von 18 Erwachsenen im Schloss Unspunnen „residierte“. Von dort aus starteten die Tagesausflüge mit reichlich Programm.

          So stand gleich am ersten Tag Luzern am Vierwaldstädter See auf dem Plan. Nach einer Stadtführung besuchte man zwei kirchliche Projekte, die sich aus Gründen des Mitgliederschwunds und fehlender finanzieller Mittel konzeptionell neu orientiert haben. Im Maihofviertel  wurde das Kirchengebäude der ehemaligen Pfarrei  St. Josef zu einem multifunktionalen Raum für 300-400 Personen umgebaut, der vermietet wird (in dem aber manchmal auch noch Gottesdienste gefeiert werden). Die weiteren zahlreichen Gemeinderäume wurden renoviert und stehen nun vielen Gruppen des Quartiers –kirchlichen wie nicht-kirchlichen- zur Verfügung. Sie wurden –auch mit dem kleinen Bistro und der Außenfläche- zu einem Begegnungsort, und es entstanden „Räume für Menschen“ für Kirche, Quartier und Stadt, die vielseitig genutzt werden.

          Beim anschließenden Besuch im Kloster Wesemlin erläuterte Bruder Josef folgende Gründe für die Neuausrichtung des Klosters. Die riesige Anlage war für die noch verbliebenen 16 Kapuziner einfach viel zu groß geworden, und eine Renovierung hätte Millionen verschlungen. So entschied man sich für eine erweiterte Nutzung und eine größere Trägerschaft, und das Mischprojekt „Oase W“ entstand. Ein Teil des Gebäudekomplexes blieb Wohnraum für die Kapuziner, ein weiterer Teil wurde zu 12 Wohnungen umgebaut , in denen Menschen leben, die die Nähe zum Kloster und zur Spiritualität suchen, und im dritten  Teilbereich entstand das „Medicum Wesemlin“, ein medizinisches Zentrum mit vielen Facharztpraxen unter einem Dach. Der angeschlossene Klostergarten wir von Flüchtlingen und anderen bedürftigen Menschen des Stadtteils bewirtschaftet und genutzt.

          Der zweite große Ausflug führte Mitte der Woche nach Bern. Dort steht am Europaplatz seit 2014 das „Haus der Religionen“. Hier haben folgende Weltreligionen ein gemeinsames Dach über dem Kopf gefunden: Aleviten, Bahai, Buddhisten, Christen, Hindus, Juden, Muslime und Sikhs. Sasi, ein Vertreter der Hindu, führte die Gruppe durch das Gebäude und erläuterte dieses spezielle „Wunder von Bern“. Die erste Idee entstand 1998, 2002 gründete man einen Verein, 2004 kristallisierte sich der Standort heraus, 2012 konnte –nach einer längeren Phase der Finanzierungskrise- der erste Spatenstich erfolgen, und 2014 wurde das Haus feierlich eröffnet. Leitmotiv aller ist ein Dialog der Kulturen und ein Dialog mit der Öffentlichkeit. Herzstück des Hauses ist der Dialogbereich im Erdgeschoss für Bildungsangebote, Familien- und Jugendarbeit, Ausstellungen, Vorträge, Diskussionsrunden und verschiedene kulturelle Veranstaltungen sowie dem kulinarischen Angebot des Restaurants Vanakam, in dem jeden Tag ein ayurvedisches Mittagessen angeboten wird. Rechts von diesem Bereich findet man die Moschee, links davon den Tempel der Hindus. Im ersten Stock gibt es einen Gebetsraum der Aleviten, der Christen und der Buddhisten. Auch hier gibt es in der Mitte einen zentralen Dialogbereich. Die restlichen Religionsgemeinschaften haben keinen eigenen Raum, beteiligen sich aber am Programm. Die Türen aller Räume können zum Dialogbereich hin geöffnet werden. Nach einem beeindruckenden Rundgang wurden bei einer Tasse Kaffee alle Fragen nach Gemeinsamkeiten, Unterschieden und Problemen bei den Begegnungen der Religionen gestellt und beantwortet. Sasi betonte, dass es nicht immer einfach sei und dann und wann auch Mediatoren gebraucht würden.

          Ein weiterer Reisetag ermöglichte einen Ausflug ins nahe gelegene Stechelberg bei Lauterbrunnen und von hier aus mit der Seilbahn in das 1600m hoch gelegene Bergdorf Mürren. Dort boten sich gigantische Ausblicke auf die bereits weiß eingeschneiten Berggipfel der Eiger-Mönch und Jungfrau-Gruppe.

          Bei herrlichem Wetter stand am Rückreisetag noch eine Wanderung entlang des türkisblauen Thunersees von Neuhaus nach Merligen auf dem Programm, und nach der Rückfahrt mit dem Schiff stiegen alle, von Sonne gebräunt und gestärkt, in den Bus zur Heimreise.

          Martina Schott, 1.10.2019

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