Evangelisches Dekanat Ingelheim-Oppenheim

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          Als Vorsitzende des evangelischen Kirchenvorstands in Nierstein trägt Sabine Bachmann-Pilz eine große Verantwortung

          „Wir müssen die Menschen an vielen Ecken abholen“

          H.WiegersPlädiert engagiert und kenntnisreich für eine lebendige, in der Öffentlichkeit gut sichtbare Kirche: die Vorsitzende des Niersteiner Kirchenvorstandes, Sabine Bachmann-Pilz.

          Ihr eigener Glaube, berichtet sie, ist durch ihr Engagement sehr gewachsen: „Diese Gewissheit, da steht einer hinter mir. Dieses Aufgefangen sein, und dieses Gefühl, ich darf bei Gott auch meine Sorgen und meine Wut loswerden, das trägt mich“. Seit sechs Jahren ist Sabine Bachmann-Pilz Kirchenvorsteherin in der Evangelischen Kirchengemeinde Nierstein.

          Unzählige Abende hat sie in diesem Jahr schon an ihrem Laptop verbracht und nach Feierabend den Gemeindebrief layoutet, sich Gedanken über die Tagesordnung der nächsten Kirchenvorstandssitzung gemacht, Sitzungsprotokolle gegengelesen oder Veranstaltungen geplant. „Ja“, erklärt sie, „Vorsitzende des Kirchenvorstands in so einer großen Gemeinde zu sein, erfordert viel Zeit. Da können sie mal meine Familie fragen. Wenn ich mal wieder auf dem Weg zu einem Kirchen-Termin bin, grinsen meine Kinder nur und sagen „Na, Mama, bist du wieder im Namen des Herrn unterwegs“. Sabine Bachmann-Pilz schmunzelt, während sie das erzählt.

          Vor sechs Jahren wurde die damals 46-jährige in den Kirchenvorstand ihrer Evangelischen Kirchengemeinde Nierstein zunächst als Nachrückerin berufen, seit fünf Jahren ist sie nun Kirchenvorstands-Vorsitzende. Über den Mangel an Herausforderungen kann die gelernte Bankkauffrau, die derzeit im Projektmanagement für eine Frankfurter Bank arbeitet, auch im Ehrenamt nicht klagen. Mit Schulbeginn, also seit knapp einer Woche, ist das evangelische Gemeindehaus in Nierstein, das Johannes-Busch-Haus, erstmals seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. „Wir haben das zwar im Kirchenvorstand besprochen und ein Hygienekonzept verabschiedet“, berichtet die geborene Niersteinerin, „aber die Einzelanfragen landen dann doch wieder bei mir.“

          Die nächste Herausforderung ist nun die Öffnung der Martinskirche auch wochentags. „Welche Aspekte in punkto Sicherheit müssen wir beachten und welche inhaltlichen Angebote können wir machen?“, das sind nur einige Fragen, auf die der Kirchenvorstand unter der Leitung von Sabine Bachmann-Pilz eine Antwort finden muss. Auch die Mitarbeiterführung gehört zu dem Aufgabengebiet der Kirchenvorstandsvorsitzenden, und dann gibt es da auch noch eine große Kindertagesstätte mit sechs Gruppen in der Gemeinde, die sie mit im Blick haben muss. „Das ist für mich nicht nur eine sehr wertvolle Aufgabe, sondern auch ein Riesenlernfeld. Jede Woche gibt es eine neue Situation, mit der du dich auseinandersetzen musst – mit schönen Dingen, aber auch mit Konflikten, die entstehen. Das ist viel Organisation – ganz viel“.

          Dass ihr dabei natürlich die beiden Pfarrer 2500 Gemeindeglieder zählenden Niersteiner Gemeinde, Michael Graebsch und Katrin Berck, die Leiterin der Niersteiner Kindertagesstätte, Sabine Bezvald, ihre Kirchenvorstands-KollegInnen sowie zahlreiche Ehrenamtliche zur Seite stehen, dafür ist Sabine Bachmann-Pilz sehr dankbar. Wenn es z. B. um die Verwaltung des Johannes-Busch-Hauses geht, gibt es immer noch zwei bis drei Ehrenamtliche, die sich auch kümmern und mit schauen, was z. B. repariert werden muss und die das auch umsetzen. „Ehrenamtliche, die mit anpacken“, so stellt die KV-Vorsitzende fest, „sind Gold wert – so auch diejenigen, die den Gemeindebrief oder die Geburtstagskarten austragen, die im Übrigen auch jedes Jahr neu von einem Kirchenvorstandsmitglied gestaltet werden“.

          Sabine Bachmann-Pilz konnte übrigens, als sie 2014 in den Kirchenvorstand berufen wurde, bereits ein langjähriges ehrenamtliches Engagement für die Kirche vorweisen. „In einem katholischen Elternhaus aufgewachsen, bin ich zusammen mit Freunden, die konfirmiert wurden, in die evangelische Kirchengemeinde Nierstein förmlich reingesogen worden. Wir hatten damals einen Kreis junger Christen, bei dem ich mit dabei war. Ich bin dann konvertiert und wirklich aus gutem Grund evangelisch geworden.“ Später leitete sie den Jugendbibelkreis in Nierstein mit, engagierte sich bei der ökumenischen Frauengruppe und in der Jugendpolitik der evangelischen Kirche. Schließlich wurde sie sogar in den Vorstand des damaligen Landesjugenddelegiertentages  gewählt.

          Ihre langjährige Erfahrung als Ehrenamtliche führte dazu, dass sie konkrete Vorstellungen darüber hat, wie Kirche sich auch zukünftig behaupten kann: „Kirche“, so Sabine Bachmann-Pilz, „kann nur stark bleiben, wenn sie sichtbar wird. Wir müssen Wege finden, zu zeigen, wo sie überall Gutes tut. Wir müssen das Gefühl schaffen, stolz sein zu können, ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein und dafür die Menschen an vielen Ecken abholen. Da ist z. B. unser Familienzentrum, dass ein großes Angebot für junge Familien hat, die Menschen kommen hierher und merken, das gehört zur Kirche. Oder aber beim Sport: Wir haben eine sehr aktive CVJM-Sportgruppe, da erleben die Menschen nicht nur Gemeinschaft, sondern auch eine Andacht.“

          Ihr eigener Glaube, berichtet sie, ist durch ihr Engagement sehr gewachsen: „Diese Gewissheit, da steht einer hinter mir. Dieses Aufgefangen sein, und dieses Gefühl, ich darf bei Gott auch meine Sorgen und meine Wut loswerden, das trägt mich“. Und als Ehrenamtliche erfährt sie natürlich auch persönliche Bestätigung: „Das ist das Schönste“, erklärt die Kirchenvorsteherin, „wenn Menschen dir sagen, du bist an diesen Platz berufen worden und du machst das gut. Ich bin so froh, dass du da bist.“ 2021 stehen die nächsten Kirchenvorstandswahlen an und Sabine Bachmann-Pilz sagt nachdenklich: „Ich überlege, ob ich weitermache“, ergänzt dann aber schmunzelnd, „Ich kriege aber auch ein bisschen freundlichen Druck mit dem Hinweis ‚Du kannst doch jetzt nicht aufhören‘.“ Angesichts ihres engagierten und kenntnisreichen Plädoyers für eine lebendige, in der Öffentlichkeit gut sichtbare Kirche ist dies eigentlich auch gar nicht anders vorstellbar ...

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