Evangelisches Dekanat Ingelheim-Oppenheim

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          Notfallseelsorge

          „Erste Hilfe für die Seele“ Eine Herausforderung für die Notfallseelsorge

          von Pfarrer Johannes Hoffmann

          Der Funkmeldeempfänger vibriert – Einsatz für die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft Notfallseelsorge im Landkreis Mainz-Bingen, deren Einsatzgebiet in etwa deckungsgleich mit unserem Dekanat ist. Rückruf bei der Rettungsleitstelle: Überbringung einer Todesnachricht, die Polizei fordert die Notfallseelsorge zur Begleitung an. Die Polizei klingelt, lässt sich hereinbitten und nötigt die Menschen, sich hinzusetzen. Ich folge ins Wohnzimmer. Nun kommt das Erwartete, die Nachricht vom plötzlichen Tod eines Angehörigen. Sie löst die unterschiedlichsten Reaktionen aus: vom Erstarren bis hin zu Schreikrämpfen und tätlichen Angriffen auf die Umstehenden habe ich schon viel erlebt. Nachdem die Polizeibeamten das weitere Verfahren erläutert haben, fahren sie ab – und hinterlassen ein Trauerhaus. Die Trauer auszuhalten, ein Stück mitzutragen und Wege in die unmittelbare Zukunft zu weisen, ist nun Aufgabe der Notfallseelsorge. Meist allein, bei Bedarf auch zu mehreren, versuchen wir, Struktur ins Chaos zu bringen und auch eisiges Schweigen auszuhalten.

          In diese Stille hinein kann man es nach einiger Zeit wagen, mit Zustimmung der Betroffenen Gottes Wort zu Gehör zu bringen, etwa aus Psalm 22: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne.“ Wenn sich die Trauernden auf den Beginn dieses Weges eingelassen haben, dann kann ich eine Kerze für den Verstorbenen anzünden – oder besser noch – sie vor einem Bild dieses geliebten Menschen anzünden lassen. Und schließlich, wenn nach und nach vertraute Menschen von überall her in das Trauerhaus kommen, kann ich den Einsatz beenden. Die „Erste Hilfe für die Seele“ hat die Brücke zwischen Schock und mitfühlender Gemeinschaft in der Trauer hergestellt. Nicht immer gelingt das so gut, aber wir 17 aktiven NotfallseelsorgerInnen vertrauen darauf, dass Gott auch aus unseren Bruchstücken ein Ganzes schaffen kann.

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          Kontakt

          B. Eßling

          Johannes Hoffmann, Pfarrer in Guntersblum, ist seit 2006 in der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft Notfallseelsorge im Landkreis Mainz-Bingen tätig und seit 2016 deren Leiter.

           

          Telefon: 06249 2366
          E-Mail: johannes.hoffmann@ekhn.de

          Weitere Informationen

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