Sie hat im Kirchgarten ein nachhaltiges (Natur-)Paradies geschaffen

veröffentlicht 26.02.2026, Evangelisches Dekanat Ingelheim-Oppenheim

Dr. Anna Packeiser lässt als Biologin und Gärtnerin die Grünanlagen rund um die Oppenheimer Katharinenkirche gedeihen

Mit ihr durch die Gartenanlage rund um die Oppenheimer Katharinenkirche zu spazieren, ist ein wahrer Genuss. Wenn Sie von den Pflanzen und deren Geschichte(n) erzählt, die hier wachsen, vergeht die Zeit wie im Flug: Dr. Anna Packeiser ist nicht nur Biologin (Sie in Moskau im Jahr 2000 im Fachbereich „Genetik“ promoviert), sondern auch Gärtnerin mit Leib und Seele. Vor allem Letzteres kann man hier – inmitten des Grüns rund um die Oppenheimer Kirchengelände – deutlich spüren. Die Wahl-Oppenheimerin ist überzeugt: „Als Gärtner ist es unsere Aufgabe, die Schöpfung zu erhalten.“ Was könnte da besser passen, als die Schaffung eines naturnahen Gartens rund um die Katharinenkirche, an der Anna Packeiser nun schon seit acht Jahren maßgeblichen Anteil hat. 

Die Gärtnerin hat es sich zur Aufgabe gemacht, den anfangs vor allem im Hinblick auf Pflegeleichtigkeit angelegten Garten Stück für Stück dem Klimawandel anzupassen. Sorgfältig hat sie bei Neuanpflanzungen ein Augenmerk daraufgelegt, dass die Pflanzen nicht nur hitze- und trockenheitsresistent sind, sondern auch die kalten deutschen Winter aushalten können. Ein wichtiger Aspekt ihrer Arbeit ist es, möglichst vielen Insekten auch in den verschiedenen Jahreszeiten Nahrung zu bieten. Ein gutes Indiz dafür, dass dies rund um die Katharinenkirche auch gelingt, ist die Tatsache, dass Anna Packeiser vor einiger Zeit – im sommerlich warmen Herbst – ein neues Insekt im Katharinengarten gesehen hat: eine Gottesanbeterin. Das immerhin bis zu 80 mm große Tier steht in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. 

Als Biologin weiß Anna Packeiser viel über die Ökosysteme, die in einem Garten für Artenvielfalt sorgen können. Kein Wunder, dass sie z. B. für den noch „jungen“ Rosengarten an der Katharinenkirche Pflanzen ausgesucht hat, die nicht nur widerstandsfähig sind, sondern auch offene Blüten haben. Sie machen es den Insekten leicht, hier Pollen zu sammeln. Und weil insbesondere die Hagebutten im Herbst und Winter eine wichtige Nahrungsquelle für viele Tiere sind, hat sie auch darauf geachtet, dass die Hagebutten der Rosen auch dem Futterschema der Vögel entsprechen. Nach nur zwei Jahren fühlen sich die neu gepflanzten Rosen an der Oppenheimer Katharinenkirche schon sehr wohl. Stolz erzählt Anna Packeiser, dass der ehemalige Chef des Mainzer Botanischen Gartens bei seinem Besuch in Oppenheim staunte, wie schnell die Rosen gewachsen sind.

Zu den besonderen (Pflanzen-)Lieblingen von Anna Packeiser gehören im Katharinengarten die Glockenblumen. „Die Wildbienen lieben sie“, schwärmt die Gärtnerin. Daher hat sie dafür gesorgt, dass rund um die Katharinenkirche eine Vielzahl von Glockenblumenarten zu finden ist. Weil viele insektenfreundliche Pflanzen in ihrer Blüte nicht so spektakulär sind wie Glockenblumen, die Gärtnerin aber auch den BesucherInnen des Kirchengeländes ästhetisch Interessantes bieten möchte, ist bei der Auswahl der Pflanzen große Umsicht gefragt. „Die richtige Mischung macht es, damit hier rund um die Kirche etwas Paradiesisches entsteht.“ Christliche Namen und Symbole finden sich übrigens in der Pflanzenwelt an der Katharinenkirche und vor dem Martin-Luther-Haus in großer Zahl. Viele der Pflanzen mit Namen, die der Bibel entsprungen zu sein scheinen. Hier wachsen auch Johanniskraut, Christrose, Salomonssiegel, Königskerze, Brennender Busch, Marienblümchen und Madonnenlilie und bieten gleichzeitig besten Anschauungsunterricht für das Zusammenspiel von Tier und Pflanze. So werden die Blüten des Judasbaums gern von Bienen besucht, und im Herbst bringen deren bohnenänliche Hülsenfrüchte reichlich Samen als Nahrungsquelle für Vögel.

Stunden könnte man Anna Packeiser so noch bei der Beschreibung ihrer „Pflanzen“-Kinder zuhören und man weiß, dass Sie sich weiterhin mit viel Herzblut dafür engagieren wird, dass „Katharinas Kleidchen schön bleibt“. Nicht zuletzt, weil die Gärtnerin weiß: „Mit unseren Gärten schaffen wir für die BesucherInnen eine Kulisse für Gedanken und Inspirationen“. Einen Garten, der den SpaziergängerInnen auch als friedlicher Rückzugsort dienen kann und gleichzeitig einen lebendigen Zugang zu Glauben und Kirche schafft. Wen wundert es da, dass sich Anna Packeiser ein hoch gestecktes Ziel gesetzt hat: „Ich hoffe, dass ich mit meiner Arbeit nicht nur in einem Garten die Schöpfung bewahren kann, sondern auch die Kirche zum Wachsen bringe“