„Wir möchten auch den Älteren Lichtpunkte im Leben bieten“

veröffentlicht 26.03.2026, Evangelisches Dekanat Ingelheim-Oppenheim

In Nieder-Olm lädt der evangelische Seniorenkreis zum fröhlich-kommunikativen Treffen ein

Sie sind ein munteres Organisationsteam, die Damen vom Seniorenkreis der evangelischen Kirchengemeinde Nieder-Olm. Auch wenn an diesem Vormittag mit Elke Illgner die vierte Ehrenamtliche in der Runde fehlt, ist es für Marlies Becker, Maria Rehbogen-Zenker und Diana Frey ein Leichtes die Freude an ihrem Engagement zu vermitteln. „Wenn wir gemeinsam unsere monatlichen Treffen vorbereiten“, erzählt Marlies Becker, die schon vor 15 Jahren zum Orga-Team des Seniorenkreises dazustieß, „dann ist das eigentlich keine Arbeit, denn wir haben uns als Team supergut eingespielt – was natürlich nicht heißt, dass wir uns über eine Verstärkung sehr freuen würden.“

Zwei Mal im Monat bieten die Ehrenamtlichen von 14:30 Uhr bis 16:30 Uhr für ältere Menschen ein kleines Programm an. Es beginnt mit einer halben Stunde Stuhlgymnastik, geht weiter mit Kaffee, Tee, Plätzchen (manchmal auch Kuchen) und kleinen unterhaltsamen Einlagen. Gerade sind die „Tollen Tage“ vorbei, in der das Team-Mitglied Diana Frey als Vollblut-Fastnachterin eine Mini-Fastnachtssitzung mit Vorträgen, einer Tanzgruppe, Schunkeln und natürlich Kreppeln organisiert hat. Im Frühling steht das Singen von Frühlingsliedern auf dem Programm und vielleicht gibt es ja bald wieder einen „Royalen Nachmittag“, bei dem jede der rund 20 Teilnehmenden ein Krönchen auf’s Haupt bekommen und als Fachfrauen (mit einem Fach-Mann) gemeinsam mit Bravour einen Dynastienquiz lösen. Mehrmals im Jahr kommt auch Pfarrerin Julia Freund vorbei – meist vor Ostern und Weihnachten und feiert mit den Teilnehmenden eine Andacht.

Der Seniorenkreis der evangelischen Kirchengemeinde hat in Nieder-Olm durchaus einige „Konkurrenz“-Veranstaltungen – um so glücklicher ist das Orga-Team, dass die Nachfrage nach ihrem Angebot, das es schon seit 1974 gibt,  kontinuierlich groß ist. „Vor Corona“ traf man sich sogar wöchentlich, aber mit der Pandemie drohte der Seniorenkreis einzuschlafen, wurde aber auf Drängen der älteren Herrschaften wieder aufgenommen. Und jedes Mal ist es für die Organisatorinnen eine Freude zu sehen, wie lebhaft der Austausch zwischen den Seniorenkreis-Teilnehmenden ist. „Nicht zuletzt bietet die Runde auch eine Chance, aus der Anonymität der Gesellschaft auszubrechen“, erklärt Marlies Becker. 

Und Maria Rehbogen-Zenker, die über drei ältere Damen aus ihrem Bekannten- und Verwandtenkreis der Siebenbürger Sachsen zum Seniorenkreis-Organisationsteam stieß, erzählt: „Wir können immer noch viel von den Älteren lernen, davon, dass sie – trotz allem, was sie erlebt haben – ihren Optimismus nicht verloren haben.“  Und Marlies Becker ergänzt: „Wie schön, dass wir auch den Menschen im höheren Alter Lichtpunkte bieten können und diese das auch so annehmen.“ „Aber ohne uns Ehrenamtliche wäre vieles verloren“, weiß Diana Frey als Jüngste in der Runde. Den Organisatorinnen ist also durchaus bewusst, wie wichtig ihre Arbeit ist und das, erklären sie mit Stolz, weiß auch Pfarrerin Freund sehr zu schätzen. Ohne Gottes Segen jedoch, würde ihre Arbeit wohl kaum gelingen und so ist es bezeichnend, dass das Lied „Komm Herr segne uns“ zum Abschluss eines jeden Seniorenkreisnachmittages gesungen wird.