„Jetzt haben wir die Gelegenheit, Kirche neu zu denken und eigene Ideen einzubringen“

veröffentlicht 25.02.2026, Evangelisches Dekanat Ingelheim-Oppenheim

Die Aspisheimerin Nadine Beier-Graeff ist neue Vorsitzende des Gesamtkirchenvorstandes "Nahe an Rhein und Wißberg"

Die neue Aufgabe, die vor ihr liegt, ist anspruchsvoll. Doch Nadine Beier-Graeff begegnet ihr mit Gelassenheit und Augenmaß. Als Vorsitzende des Vorstands der evangelischen Gesamtkirchengemeinde „Nahe an Rhein und Wißberg“ übernimmt sie als Ehrenamtliche Verantwortung in einer wichtigen Phase des Umbruchs. Für die Mutter dreier Kinder, ist das vor allem eine Chance zur Mitgestaltung. „Packen wir es an. Warten wir nicht, dass es andere tun“, erklärt die Aspisheimerin entschlossen.

Engagement in der Kirche ist für die gelernte Bankkauffrau nichts Neues. Seit 31 Jahren arbeitet sie im Kirchenvorstand ihrer evangelischen Heimatgemeinde Horrweiler-Aspisheim mit. Zuletzt war sie hier stellvertretende Vorsitzende und begleitete in dieser Zeit u. a. zahlreiche Baumaßnahmen und trug – zusammen mit dem Team der KirchenvorsteherInnen ihrer Gemeinde – mehrere Vakanzen der Pfarrstelle mit.

Nun steht mit dem Reformprozess ekhn2030 eine große Veränderung im kirchlichen Leben an, den Nadine Beier-Graeff als Mitglied der Steuerungsgruppe im Nachbarschaftsraum 1 und durch ihre Mitarbeit bei der Entwicklung des Gebäudeentwicklungsplans für das Dekanat schon früh begleitet hat. Aus sieben Gemeinden ist in der Region Bingen die neue Gesamtkirchengemeinde „Nahe an Rhein und Wißberg“ entstanden. Für Beier-Graeff ist das mehr als nur eine strukturelle Anpassung. „Jetzt haben wir die Gelegenheit, Kirche neu zu denken und eigene Ideen einzubringen. Gestalten wir unsere Kirche doch jetzt, wie wir es für gut befinden. Fragen wir, wo war etwas gut und wie können wir uns das zunutze machen“, sagt sie.

Ihr Ziel ist es, auch andere Ehrenamtliche zu ermutigen. Engagement solle nicht als Belastung wahrgenommen werden, sondern als Möglichkeit, aktiv Zukunft zu gestalten. „Es macht Spaß, Neues zu entwickeln“, betont die erfahrene Kirchenvorsteherin. Sie findet, dass die Jahreslosung der Evangelischen Kirche für 2026: „Siehe, ich mache alles neu“, dazu sehr gut passt, denn dieser Satz spiegele die aktuelle Situation gut wider. Veränderung bedeute nicht Verlust, sondern Aufbruch.

Drei Jahrzehnte Kirchenvorstandsarbeit haben Nadine Beier-Graeff gezeigt, wie viel möglich ist, wenn Menschen Verantwortung übernehmen. Und sie weist darauf hin, „dass wir bei der Umsetzung aller neuen Strukturen, unseren eigentlichen Auftrag nicht außer Acht lassen: Die Menschen – besonders die jungen – für die Kirche zu begeistern, indem wir offen aufeinander zugehen.“

Die neue Gesamtkirchenvorstandsvorsitzende hofft, „dass wir in wenigen Jahren die Gesamtkirchengemeinde als selbstverständlich ansehen, dass wir uns alle mit ihr identifizieren können.“ Dazu möchte Nadine Beier-Graeff, dass der Gesamtkirchenvorstand schnell ins „Laufen“ kommt. Eine erste Klausurtagung des neu gebildeten Gremiums fand bereits Mitte Februar in gutem Einvernehmen statt. Als GKV-Vorsitzende will sie auch im zentralen Gemeindebüro in Gensingen möglichst viel präsent sein. Schon jetzt ist mit ihrem Amt das tägliche Abarbeiten von Mails und Rechnungen verbunden. Und sie hofft, dass sie dabei – in Vielem unterstützt von ihrem Stellvertreter, Pfarrer Markus Weickardt und ihren GKV-Kolleginnen – nicht nur ihre langjährige Expertise einbringen, sondern auch ihre Freude am Gestalten einfließen lassen kann. Schließlich waren schon ihre beiden Großväter in ihren Heimatorten Kirchenvorsteher. Bei der Bewältigung dieses Arbeitspensums wird der in sich ruhenden, wohlüberlegt handelnden Ehrenamtlichen der Rückhalt ihrer Familie und ihr fest verwurzelter Glaube sicherlich helfen.FormularbeginnFormularende