„Ich denke immer noch, dass ich den besten Job der Welt habe.“ Im Gespräch über die mehr als drei Jahre Probedienst in der Gesamtkirchengemeinde „Nahe an Rhein und Wißberg“ nimmt man Svenja Prust die Begeisterung für ihren Beruf als Pfarrerin im Dienst der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau sofort ab. In ihrem Büro im Pfarrhaus der Christuskirchengemeinde in Bingen-Büdesheim strahlt sie, wenn sie bei einem – von ihr extra für den Besuch vom Sponsheimer „Bauer Schorsch“ besorgten – Stückchen Käsekuchen von ihrer Arbeit erzählt. Jetzt steht für die Theologin wieder ein Wechsel an – von Bingen am Rhein nach Frankfurt am Main in die Evangelische Miriamgemeinde im Frankfurter Norden, in den Stadtteilen Bonames, Kalbach und Am Bügel.
Was Svenja Prust rückblickend in ihrer beruflichen Praxis besonders bewegt hat, ist, „dass ich den Menschen in meinem Beruf unheimlich nahekommen durfte. Das ist zwar nicht immer leicht, aber insgesamt doch unglaublich schön.“ Vor zwei Tagen war sie mit dem Besuchsdienst der Kirchengemeinde unterwegs und erlebte wieder, „wie viele Ehrenamtliche ein offenes Ohr für die Anliegen der Kirche haben.“
Weil der Religionsunterricht in den Schulen seit der Gründung der Gesamtkirchengemeinde „Nahe an Rhein und Wißberg“ Anfang 2026 zu den Arbeitsschwerpunkten von Svenja Prust innerhalb des Verkündigungsteams der Gesamtkirchengemeinde zählt, konnte sie auch mit vielen Kindern und Jugendlichen über die Themen „Glauben“ und „Kirche“ reden. Besonders beeindruckt haben die 33-Jährige die interkonfessionelle Gesprächen in Klassen, in denen nicht nur evangelische, sondern auch viele muslimische und orthodoxe Schüler*innen waren, „weil diese Schüler*innen sich so ganz anders mit dem Glauben auseinandersetzen und auch über überraschend viel Wissen über das Christentum verfügen.“
Überhaupt hat ihr die Ökumene gerade in den Binger Kirchengemeinden sehr gefallen. Die in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsene junge Frau hat – als „ostdeutsch sozialisierter Mensch“ –außerdem sehr beeindruckt, „wie stark Kirche hier im öffentlichen Leben eingebunden ist z. B. mit Kerbe- oder Schulgottesdiensten“, von denen die junge Pfarrerin so einige feiern durfte.
In Frankfurt wird Svenja Prust Pfarrerin für eine einzige Kirchengemeinde zuständig sein. In der Gesamtkirchengemeinde „Nahe an Rhein und Wißberg“, zu der sich insgesamt sieben Ortsgemeinden zusammengeschlossen haben, hat sie einen Blick darauf werfen können, wie sich Kirche in den nächsten Jahren weiterentwickeln wird. „Viele Sachen“, erzählt sie, „die ich hier in der kirchlichen Nachbarschaft erlebt habe, sind auf die Zukunft ausgerichtet wie zum Beispiel ein gemeinsamer Gottesdienstplan.“ Dass das schon gut läuft, konnte sie voller Freude bei ihrem jüngsten Gottesdienst erleben, den sie im Rahmen der sog. Sommerkirche hielt. Zu diesem Gottesdienst unter dem Motto „Aufrecht geh’n mit Mary Roos“ versammelten sich auf dem Freigelände rund um die Büdesheimer Christuskirche rund 70 Besucher*innen – nicht nur aus der Christuskirchengemeinde, sondern aus der ganzen Gesamtkirchengemeinde. Der gute Gottesdienstbesuch ist aber auch ein Indiz dafür, wie sehr diese junge, lebendige und zugewandte Pfarrerin von vielen Gemeindegliedern geschätzt wurde. Man wird sie sehr vermissen, wenn sie sich Anfang September ihren Dienst in Frankfurt antritt und voller Vorfreude ihrer neuen, herausfordernden Aufgabe stellt.