„Ich habe immer ein offenes Ohr für die Menschen, die hierherkommen“

veröffentlicht 25.06.2026, Evangelisches Dekanat Ingelheim-Oppenheim

Kampagne: "Mit Segen bewegen": Achim Daut, Küster der Katharinenkirche, lebt und liebt seine Arbeit

Nach Feierabend zieht es ihn – oft begleitet von seinem Kater Lasse – auf eine Bank im Kräutergarten hinter der Katharinenkirche. Dort genießt er die besondere Atmosphäre und den Blick auf die Michaelskapelle, die „kleine Schwester“ von St. Katharinen. Die Kapelle ist aber nur eines von mehreren, teils sehr geschichtsträchtigen Gebäuden, für die Achim Daut seit zehn Jahren als Küster der evangelischen Kirchengemeinde Oppenheim verantwortlich ist. Der kurze Abstecher zur Gartenbank bedeutet für den gelernten Schreiner einen Moment der Ruhe in einer Sechstagewoche, die für ihn und einem Team von Haupt- und Ehrenamtlichen eine beeindruckende Vielfalt an Aufgaben und Verantwortlichkeiten abverlangt. 

Die klassischen Küsteraufgaben machen nur einen Bruchteil der Arbeitszeit aus

„Die klassischen Küsteraufgaben – also zum Beispiel die Vorbereitung des Kirchenraums für den Gottesdienst oder das Einstellen von Licht- und Mikrofonanlage – machen tatsächlich nur einen Bruchteil meiner Arbeitszeit aus“, berichtet der gebürtige Wiesbadener. Für die Arbeit an und in der Katharinenkirche braucht es viel mehr: handwerkliches Geschick, Organisationstalent und einen guten Überblick darüber, was inner- und außerhalb des Gotteshauses geschieht und wo auf wen Rücksicht genommen werden muss – insbesondere bei den zahlreichen Konzertveranstaltungen. Gerade steht auf der Ostseite des Gotteshauses ein beeindruckendes Gerüst für die Innensanierung des Vierungsturmes der Katharinenkirche. Als Küster muss Achim Daut nicht nur im Blick behalten, was die Handwerker tun, sondern auch sicherstellen, dass keine Zu- und Durchgänge blockiert werden. Schließlich besuchen täglich viele Touristen die Katharinenkirche, und sie sollen die Baustelle sicher passieren können.

Alles andere als ein „Nine-to-Five-Job“

Angesichts der vielen Aufgaben, die auch an Sonn- und Feiertagen zu erledigen sind, ist der Küsterberuf an der Katharinenkirche alles andere als ein „Nine-to-Five-Job“. Daut wohnt nur wenige Meter von der Katharinenkirche entfernt im Küsterhaus und ist sozusagen rund um die Uhr ansprechbar. Nach Jahren bei einem Münchner Bauträger, wo er vor allem am Computer saß, schätzt er heute die große Vielseitigkeit seiner Tätigkeit. „Ich lerne hier jeden Tag dazu – unter anderem, weil ich mit so vielen unterschiedlichen Gewerken zu tun habe.“ 

„Für mich ist der Küsterberuf eine Lebenseinstellung“

Die Instandhaltung des gesamten Gebäudekomplexes und die Pflege der Außenanlagen der evangelischen Kirchengemeinde Oppenheim erfordern einen gut strukturierten Arbeitstag. Dennoch nimmt sich Achim Daut immer wieder Zeit für die Menschen, die Fragen zu den Gebäuden haben oder im geschützten Raum der Kirche einfach mal reden wollen. „Ich freue mich, Touristen Informationen zu geben oder Besucherinnen und Besuchern einfach nur zuzuhören. Ich habe immer ein offenes Ohr für die Menschen, die hierherkommen. Für mich ist der Küsterberuf auch eine Lebenseinstellung“, sagt er – und fügt hinzu: „Es ist mir eine Freude, dazu beizutragen, dass Menschen in unserer Kirche einen Rückzugsort haben, in dem sie sich geborgen fühlen.“